Die Österreichische Post in der Levante - Werner Schindler

Art-Nr.444
89,00 €

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Wer die 564 Seiten dieses umfangreichen Werkes – gehalten im Stile eines EDITION D‘OR-Bandes – gelesen hat, der weiß, warum Geschichte und insbesondere Postgeschichte so viele Menschen heute in ihren Bann zieht. Zwar liegt diesem Buch thematisch die eigene Sammlung des Autors zugrunde, aber was er dank des Verlagsteams von Köhler/Corinphila daraus gemacht hat, sprengt alle Fesseln bisher bekannter EDITION D‘OR- und EDITION SPÈCIALE-Bände. So entstand in diesem historischen Grundlagenwerk eine perfekte Mischung aus umfassende Informationen, die üppig mit postgeschichtlich interessanten, wertvollen und attraktiven Belegen aus der behandelten Zeit verbunden werden. Dabei belässt es Schindler aber nicht. Er geht auch den nächsten Schritt der Relation zu dem, was man heute gerne als „social philately“ bezeichnet. Er integriert zeitgenössische Illustrationen aller Art, reproduziert originale Quellentexte, Karten, Gemälde von Personen, Fotos und so manches mehr, was den an sich doch trockenen historischen Stoff zum Leben erweckt.

Schindler arbeitet den komplexen Stoff chronologisch ab,. Er beginnt mit der frühen Entwicklung der Levante bis zum Wiener Kongress, zeigt dann die Entwicklung zu Lande und zur See auf und behandelt die frühen Portoraten sowie die Einführung von Briefmarken. Allein dafür nimmt er bereits fast 300 Seiten in Anspruch und es ist faszinierend zu lesen, wie der Fortschritt der industriellen Entwicklung im Gleichklang mit dem Ausbau der Postrouten, Verkehrsmittel und Destinationsmöglichkeiten verläuft. Natürlich kommt auch die Position der Österreichischen Post im damaligen Spiel der Mächte nicht zu kurz, die – wie so viele andere – stets auch bestrebt war, den habsburgischen Expansionsanspruch bis hin nach Asien und Ägypten zu mehren. Internationale Postverbindungen nach Europa und Übersee, Postverträge mit diversen Leitwegen waren die Folge und auch hier fasziniert, mit welchem fast schon globalen Anspruch der Autor diese wichtigen Aspekte behandelt. Die letzten 50 Jahre dieser Entwicklungen – ab dem Allgemeinen Postverein bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges – fallen im Vergleich dazu kürzer aus, zeigen aber die neuen Markenausgaben in verschiedener Währung und neue Postleistungen ebenso auf wie den erneuten wirtschaftlichen Wandel.

Dieses Buch ist kein Kompendium, also kein kurzgefasstes Lehrwerk, es ist eine Enzyklopädie der Österreichischen Post und des Habsburger Anspruches in der Levante, – eine Enzyklopädie, die es in dieser Form und in ihrem Gehalt bislang noch nicht gab. Der Autor ist auf der Höhe der Zeit, das machen die von ihm ausgewerteten Quellen, aber auch die genutzten Staatsarchive deutlich, die heute ihre Bestände nach und nach digitalisieren. Als kompetenter Postgeschichtsexperte versteht es Schindler aber, statt des häufig anzutreffenden seitenweisen Abdrucks von Faksimiles alter Postverträge diese in den Gesamtzusammenhang einzuordnen und Belegstücke so zu beschreiben, dass man daran lernen kann. Er kennt und deutet die Korrespondenzen großer Unternehmen und Handelshäuser, er weiß um Verträge und deren Hintergründe, aber er lässt diese nicht einfach isoliert im Raume stehen, sondern interpretiert sie vor dem Hintergrund der vorangegangenen und nachfolgenden historischen Ereignisse, so dass sich ein Gesamtbild dieser komplexen Materie ergibt.

Autor und Verlag kann man zu diesem Buch nur gratulieren. Es ist ein Fachbuch im besten Sinne, eine Monografie, keine Sammlungsdokumentation. Das Werk zeigt aber, was man aus einer Sammlung machen kann und wozu man sie nutzen kann. Kurz gesagt: Philatelie meets Geschichte. Die Verbindung von beidem ist nicht mehr auflösbar!

— Wolfgang Maaßen (AIJP)

564 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, in Deutsch und Englisch