343 / März 2011
343. Heinrich Köhler Auction
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Seiten
1757, Friedrich II. - "Der Große", Schreiben mit seiner Unterschrift aus Dresden vom 23. März an Oberst und Generaladjudant von Habernow mit dem Befehl zum freien Abzug des sächsischen Oberstleutnants von Baltzig und des Rittmeisters von Hayn nach Sangerhausen und Eisenach - Entlassung "auf Ehrenwort". Die sächsische Armee hatte im Oktober kapituliert, Armee Preußens bezog Winterquartier in Sachsen und Friedrich II. nahm bis zum März 1757 Quartier im Palais des geflohenen Ministers, Grafen von Brühl
Siebenjähriger Krieg: 1757, "Ordre" des "Königl. Preuß. Feld-Kriegs-Commissariats" mit gut erhaltenem Siegel aus Jung-Bunzlau in Böhmen vom 18. Mai mit der Aufforderung an die Herrschaft von Bischitz und Czcelitz die auf dem Marsch nach Prag befindlichen Truppen mit Lebensmitteln zu versorgen, "Citissime" und "pr: Express"-Vermerk
1758, Brief aus Coburg an den im Dienst des preußischen Königs stehenden Premier-Leutnant, Baron von Hanstein in Henstädt (Thüringen)
1758, 2 Feldpostbriefe, 1. Brief des Grenadiers Joachim Christian Wiechman aus Reichenbach in Schlesien an seine Mutter in Seeben bei Salzwedel (Atlmark), teilt seinen Standort mit: "Hertz allerliebste Mutter ... wir stehen jetzt zur Cantonierung in der Stadt Reichenbach in Schlesien und die Adresse von mir wird so gemacht: An meinen lieben Sohn, Joachim Christian Wiechman Grenadier in des Majors von Pierverling Bataillon und Companie a Reichenbach", mit rückseitigem Vermerk: "Porto habe hiervor 5 Gr. 9 Pf bezahlt ...", 2. Briefhülle der Mutter an ihren Sohn mit der angegebenen militärischen Anschrift - Major Pieverling war Kommandeur eines altmärkischen Grenadierbataillons - sehr seltene Briefe aus einer Korrespondenz
1758, Feldpostbrief aus Teterow (Mecklenburg) vom 23. Februar an den bedeutenden Generalfeldmarschall Johann von Lehwaldt, Gouverneur von Memel und Pillau, später Berlin, der 1757 Ostpreußen und 1760 Berlin gegen die Russen verteidigte
1759, Estafettenpass des "Königl. Preuß. Feld=Post=Amt." aus Zwickau vom 3. Mai mit der Unterschrift des Feldpostmeisters Bertram für eine Nachricht an die Gräfl. Schönburgische Regierung in Glauchau, ein herausragendes Dokument zur preußischen Feldpost - Unikat!
1762, Einlieferungsschein der Feldpost "Königl. Preuß. Hof=Feld=Post=Amt", handschriftlich durch "Expedition" ersetzt, aus Meißen vom 28. Juli für einen Wertbrief nach Torgau. Es sind nur wenige Feldpostscheine aus dem 7jährigen Krieg überliefert
1762, Einlieferungsschein der Feldpost, "Amt" gestrichen, unterzeichnet vom Feldpostbeamten Schmid und Angabe "Expedition" aus Meißen vom 31. Juli für einen Wertbrief ebenfalls nach Torgau
1762, Einlieferungsschein der Feldpost, Vordruck "...Expedit." wiederum aus Meißen vom 31. August für eine Wertbriefsendung an die Oberkriegskasse in Torgau. Bei diesen Geldern handelt es sich um Kontributionen der Städte und Gemeinden in Sachsen, die von Feldkriegskommissariaten an die Ober-Kriegskasse des Feldkriegsdirektoriums in Torgau übersandt wurden
1762, "Salve-Guarde"-Brief, ausgestellt vom Kommandanten Generalmajor Friedrich Wilhelm von Kleist (1724-1767) im Hauptquartier von Bamberg, befehligte das legendäre Freikorps Kleist, das durch den Raubzuge nach Franken von der Stadtverwaltung Bamberg hohe Summen erpresste. Dekorativer gedruckter Schutzbrief für die fränkischen Grafen von Eichfeld und Krautheim - seltenes Dokument
1774, Ra2 "K:P:MAGDEB:K:U:D:C:" (Königl. Preuß. Magdeburgische Kriegs- und Domänenkammer) auf Dienstbrief nach Hohengehren. Um die Missbräuche der Portofreiheit einzuschränken wurden mit Circular No. 53 vom 14. Juli 1767 Behördenstempel eingeführt
1781, Militärdienstbrief (Paketbegleitbrief) mit handschriftlichem Vermerk "K. Cassen S." (Kriegskassensache) an den Magistrat von Osterburg
Bayerischer Erbfolgekrieg: 1778, Schreiben des Oberstleutnant Franz Kasimir von Kleist (1736-1808) vom 24. Juli an einen Grafen: "...Die feindlichen Truppen werden uns in unseren Märschen sehr hinderlich sein...", in diesem Krieg gegen Österreich kam es zu keinen Kampfhandlungen, aufgrund der schlechten Versorgungslage wurde der Krieg auch als "Kartoffelkrieg" bezeichnet, da die Soldaten ständig Kartoffelfelder plünderten. Kleist war seit 1762 Adjudant Friedrich II., später Generalmajor und Gouverneur von Magdeburg
1786 (ca.), Briefumschlag an Georg Ludwig von Wiersbitzki (richtige Schreibweise), seit 1763 General der Kavallerie und ab 1786 Chef des Kürassier-Regiments No. 2
1787, Militärdienstbrief vom Oberstleutnant und Kommandeur der Artillerie in Berlin mit Vermerk "Soldaten Sache" an das Landgericht in Güstrow
1791, Friedrich Wilhelm II. (1786-1797), Schreiben des Königs aus Potsdam vom 27. Oktober mit seiner Unterschrift an den erfolgreichen Generalleutnant Friedrich Adolf Graf von Kalkreuth, mit der Gewährung von Ehegesuchen für zwei Offiziere seines Regiments, seltener Autograph des Königs, der als Heerführer im 1. Koalitionskrieg gegen das revolutionäre Frankreich in Erscheinung trat
1793, Friedrich Wilhelm II., vom König unterzeichneter Militärkurierbrief aus dem Feldlager in Bodenheim vom 18. Mai während der Belagerung von Mainz an den Justizminister von Dankelmann der Provinz Schlesien in Breslau, betr.: Observierung und eventuelle Arretierung des sächsischen Hofrats Bidermann, seltenes Zeitdokument des Königs aus den Kämpfen gegen das revolutionäre Frankreich
1793, Feldpostbrief mit L1 "V. TRIER", aufgegeben im Thurn u. Taxis-Postamt mit Portofreiheitsvermerk "en affaire milit(aires)" (Militärsache) über das preußische Feldpostamt Koblenz an den Generalmajor, Baron von Wenz, Gouverneur von Koblenz und Ehrenbreitstein im Hauptquartier der Interventionsarmee. Der 1. Koalistionskrieg endete siegreich für die französischen Revolutionsarmeen
1795, "Soldaten Sache", portofreier Militärbrief an das bereits 1744 durch Friedrich II. gegründete Militär-Waisenhaus in Potsdam, in dem Kinder gefallener Soldaten eine Betreuung und Schulbildung erhielten, mit diversen Vermerken u.a. "Für den August 1975 sind Zwey Taler an den Knaben Glasenapp von der Kasse bezahlt", sehr seltenes Dokument
1798, Einlieferungsschein der Feldpost mit Vordruck "Königl. Feld=Post=Amte", aus Lübbecke für Wertbrief nach Minden. Die preußischen Truppen blieben auch nach dem 1. Koalitionskrieg in Bereitschaft - einziger bekannter Feldpostschein aus dieser Zeit - Unikat!
1798, Preußisches Territorium Neuenburg (Neuchatel) in der Schweiz, 1707 an Preußen, auch während der "Helvetischen Republik" durch preußischen Gouverneur verwaltet, erst 1806 zwangsweise an Frankreich abgetreten. Militärbrief des Kapitäns von Schüler "Capitaine l'armee au Service du Roy de Prusse" in der Armee des Königs von Preußen, an "Citoyen Kolly" (Bürger, revolutionäre Anschrift) in Freybourg - herausragende Militärbriefseltenheit
1800, Wichard J. H. von Möllendorf (1724-1816), Schreiben des legendären Heerführers aus Berlin vom 22. März, der bereits unter Friedrich "dem Großen" erfolgreiche Schlachten schlug, seit 1782 Gouverneur von Berlin und 1794 zum Generalfeldmarschall ernannt, im Alter von 74 Jahren führte er 1798 die in friederizianischen Strukturen erstarrte preußische Armee erfolglos gegen die französische Revolutionsarmee
1805, Militärbrief an einen Leutnant im Schlesischen Husaren-Regiment Nr. 4 des Majors von Haugwitz in Prausnitz, bereits 1805 zeichnete sich eine Auseinandersetzung mit dem Kaiserreich Frankreich ab
Krieg gegen Napoleon: 1806, Einberufungsbefehl, Estafettenbrief aus Breslau nach Lissa für Soldaten der Kompanie des Hauptmanns Schulenburg: "Mobilmachungssache, per Estafette den 15ten August 1806 des Abends um 8 Uhr abgefertigt" - am 9. August hatte Friedrich Wilhelm III. die Mobilmachung der Armee befohlen - für Napoléon Anlaß, seine Armee gegen Preußen aufmarschieren zu lassen
1806, Prinz Louis Ferdinand von Preußen (1772-1806), Wertpaketbegleitbrief aus "Sagan" (postalischer Ortsvermerk) an "Seine Hoheit" in Berlin. Der Prinz fiel am 10. Oktober 1806 im Vorgefecht bei Saalfeld - am 14. Oktober wurde die preußische Armee bei Jena und Auerstedt durch Napoléons Truppen vernichtend geschlagen und Preußen nach den Kämpfen in Ostpreußen 1807 gänzlich besetzt - zeitgeschichtlich bemerkenswerter und seltener Brief
1807, Wertbrief an den "Fourier Vockerodt im 1. Preußischen Regiment im Dienst Frankreichs in der 4. Kompanie des 3. Bataillons" der auf der holländischen Insel Walcheren in der Stadt Vlissingen stationiert war, mit Rücksendevermerk. Aus Kriegsgefangenen und desertierten Soldaten wurde das preußische Regiment durch die französische Armee aufgestellt. Feldpost-Seltenheit - einziger bekannter Brief eines preußischen Regiments in der napoléonischen Armee
1808, Einlieferungsschein der Feldpost "Königl. Feld=Post=Amte", "Feld" gestrichen und im zivilen Postverkehr in Pasewalk aufgebraucht - Unikat
1809, Brief eines preußischen Offiziers aus Königsberg vom 17. April nach Paris, in dem die Rückkehr des Königs aus seinem Fluchtort Memel nach Berlin mitgeteilt wird. Mit dem Tilsiter Frieden 1807 verlor Preußen große Teile seines Territoriums und stand unter Aufsicht der französischen Militäradministration
1809, Gerhard Johann David von Scharnhorst (1755-1813), eigenhändiges Schreiben des Generalleutnants, Chef des Kriegsdepartements und Generalstabs vom 2. Mai 1809 aus Königsberg an Generalmajor von Bülow, späterer Kommandierender der Nordarmee gegen Napoléon. Im Brief wird mitgeteilt: "... dass des Königs Majestät dem Major von Grolman den erbetenen Abschied bewilligt und dagegen den Oberstlieutnant von Hake bei der ersten Abteilung des Krieges Departements angestellt habe ..." Scharnhorst war bedeutender Reformer des preußischen Militärs und Mitorganisator des Befreiungskrieges. Seltener Autograph dieser herausragenden Persönlichkeit der preußischen Militärgeschichte
1809, August Neidhard von Gneisenau (1760-1831), eigenhändiges Schreiben vom 8. Juni, unterzeichnet mit "Nv Gneisenau, K. Pr. Hauptmann im Füsilier-Bataillon v. Rabenau" in Schlesien, betr. Rücksendung des Reglements der französischen Infanterie an einen Buchhändler, Zusendung weiterer Militärwerke an meine Adresse, Jauer in Schlesien. Einer der fähigsten Militärreformer, Generaloberst und erfolgreicher Kommandeur in den Befreiungskriegen
1809/1811, Königreich Westfalen, napoléonische Staatsgründung, unter anderem aus preußischen Gebieten links der Elbe mit Magdeburg, König war der Bruder Napoléons Jérome, 1. Brief des Präfekten des Elbe-Departements, Graf von Schulenburg (bis 1806 Gouverneur von Berlin). 2. Brief, Militärdienstbrief des ehemaligen preußischen Offiziers von Boedicker, mit Franchise-Vermerk und Stempel
1809, Ferdinand von Schill (1776-1809), Autograph des Majors vom Rebellenzug mit dem 2. Brandenburgischen Husaren-Regiment in das Königreich Westfalen, 5 Tage nach dem Gefecht mit französischen Truppen der Garnison Magdeburg in Dodendorf bestätigt Schill mit seiner Unterschrift die "Requisition" eines Reitpferdes im "Hauptquartier in Angerburg 11. May" (Departement der Elbe). Das Regiment zog bis nach Stralsund und unterlag hier der französischen Übermacht - Schill fiel in den Kämpfen. Herausragendes Dokument des kühnen Majors, der zum Symbol des Befreiungskrieges wurde
1809, Rebellenzug des Majors von Schill, Dienstbrief der Stadtverwaltung von Seehausen (Department der Elbe), betr.: "Ich habe Sie hiermit benachrichtigen wollen, dass der Major Schill die hiesige Generalkasse ... in Beschlag genommen hat ... 2000 ... Courant ..." - der König von Westfalen setzte ein Kopfgeld von 10.000 Franken auf Schill aus
1810, Friedrich Wilhelm III. (1770-1840), Brief des Königs mit seiner Unterschrift aus Potsdam vom 12. Dezember 1810, Antwortschreiben auf das Gesuch des in den Ruhestand versetzten Oberstleutnant von Stark, die Postmeisterstelle in Marienwerder übernehmen zu dürfen "... die erbetene Anwartschaft auf die Postmeisterstelle zu Marienwerder nicht verleihen ... weil Anwartschaften überhaupt nicht mehr stattfinden sollen ..." - seltener Autograph in Postangelegenheiten
1812, "No. 13 GRANDE-ARMEE" auf Brief eines deutschen Soldaten vom 29. Mai aus dem Dorf Lichtfelde bei Stuhm in Westpreußen an seine Angehörigen in Winsen an der Luhe, der Soldat teilt mit: "... Wir sind von Magdeburg 29 Tage marschiert ... wir liegen hier jetzt bei Bauern ... auch haben wir 2 Monate in Polen gelegen..." - seltener Brief eines deutschen Soldaten in der Grande Armee
1812, "No. 10 GRANDE-ARMEE" auf Brief mit Inhalt eines deutschen Soldaten vom 6. Februar, aufgegeben im Div.-Feldpostamt in Berlin nach Krefeld, Portobrief mit 8 Decimen taxiert. Bereits im Februar begann Napoléon mit den logistischen Vorbereitungen für den Russlandfeldzug und ließ seine Truppen zusammenziehen
