343 / März 2011
343. Heinrich Köhler Auction
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Seiten
1812, "No. 10 GRANDE-ARMEE" auf Brief mit Inhalt vom 1. Mai eines deutschen Soldaten aus Schwedt an der Oder, er teilt u.a. mit:: "nach meiner Rückkehr aus Russland..." taxiert mit 5 Decimen. Im Juni begann auf breiter Linie der Vormarsch Napoléons gewaltiger Armee nach Russland
1812/1823, Todeserklärung des preußischen Gerichts in Wiedenbrück für einen Soldaten, der 1812 am Russlandfeldzug teilnahm und nicht überlebte: "dass nach den hier vorliegenden Nachrichten der Liste der in Russland verstorbenen Militärs eine Person Strathmann...enthalten ist", mit L1 "WIEDENBRÜCK" (1807-13 Kgr. Westfalen, 1816 an Preußen), an Gericht in Paderborn - seltenes Dokument
1813, Feldpostbrief des Landwehr-Bataillons Verden nach Achim mit Vermerken: "Landwehr-Sache - sehr eilig", "per reitenden Boten" und Portofreiheitsbestätigung des Offiziers "Der Capitain Siegner" - seltener Beleg der Landwehr
1813, Feldpost-Estafettenbeförderung, Brief mit Vermerk "Kriegs-Sachen per Feldpost-Estafette" nach Itzehoe
1813, Militärdienstbrief mit Vermerk: "hierin ein Testament" des Jägers Carl Friedrich Richter vom 7. Februar, der Freiwillige des Jäger-Detachments ließ sein Testament beim Stadtgericht Berlin hinterlegen, beeindruckendes Dokument aus den Befreiungskriegen
1813, Feldpostbrief mit "militaria"-Vermerk vom 5. November an den Kapitän und Adjudanten v. Eckenbrecher unter dem Korps-General v. Hirschfeld - der Kommandeur einer Landwehr-Division, besiegte im August 1813 ein französisches Korps in der Schlacht von Hagelberg (Brandenburg)
1813, Gerhard Leberecht von Blücher (1742-1818), Schreiben des Generalfeldmarschalls an Prinz August von Preußen (Generalinspekteur und Chef der Artillerie), aus dem Hauptquartier der von Blücher geführten Schlesischen Armee in Strehlen vom 30. Juni mit Feldkurier-Stafettenpost nach Berlin. Blücher teilt mit: "Indem ich Euer Königlichen Hoheit den richtigen Eingang...hochgeehrten Schreiben anzeige, mittels welchen höchstdieselben mir melden, dass ein 12pfündige Batterie ... von dem Bülowschen Corps zu der unter meinem Oberbefehl stehenden Armee stoßen soll ... bezeige ich zugleich Euer Königlichen Hoheit meine Freude ... die Artillerie in einen formidablen Zustand zu versetzen...", linksseitiger Textentwurf des Prinzen mit seiner Unterschrift "August" für die Rückantwort an Blücher. Wenige Wochen später, am 26.-29. August schlug Blücher in der Schlacht an der Katzbach die französische Armee unter Marschall Jaques Macdonald. Seltener Autograph des herausragenden preußischen Heerführers und des Prinzen August von Preußen
1813, Militärischer Nachrichtenaustausch der Verbündeten - Brief von der 11. preußischen Brigade (rückseitig gut erhaltenes Siegel) an den General der russischen Truppen Barclay de Tolly, selten
1813, Feldpost-Paketbegleitbrief mit Vermerk: "1 Päckchen mit Eisernem Kreuz 2. Klasse" nach Potsdam an einen Offizier des 2. Reserve-Infanterie Regiments aus dem Korps Bülow dem für die Schlacht bei Dennewitz (Brandenburg) das Eiserne Kreuz im Stiftungsjahr verliehen wurde, mit rotem Vermerk "F.P. 3te Div." (Feldpostamt der 3. Division), Absenderangabe im Inhalt: "im Biwak bei Tragen ½ Stunde von Wittenberg" und Mitteilungen über das Korps Bülow vor Wittenberg und den Gegner, Marschall Ney - historisch hervorragendes außergewöhnliches Zeitdokument
1813, Verordnung zur Bildung des General-Gouvernements, nach der Völkerschlacht bei Leipzig (16. bis 18. Oktober) wurde Sachsen, der ehemalige Rheinbundstaat, dem Generalgouvernement unter Leitung des Ministers, Freiher vom Stein unterstellt
1814, Militär-Paketbegleitbrief, portofreie Geldsendung mit "Militaria"-Vermerk der "Detachierten Kasse zwischen Oder und Weichsel" roter Ortsvermerk "Stargard" nach Stolpe
Militärdienstbrief mit "Militaria - Citissime" - Eilvermerk vom 30. Januar von Breda (Nordbrabant) nach Heusden, im Dezember standen die verbündeten Armeen bereits in Holland
1814, Militärdienstbrief des General-Kriegskommissars von Ribbentrop des Kriegsdepartements vom 14. März aus Laon an den Ober-Kriegskommissar Geßler im Hauptquartier des 5. Armeekorps in Frankfurt/M., Mitteilung: Der König hat per Order Geßler ein jährliches Einkommen in Höhe von 1000 Talern gewährt
1814, Brief des Ober-Feldpostmeisters Büchner aus Paris vom 27. März mit "militaria"-Vermerk über "COBLENTZ" nach Mainz an den Ober-Kriegskommissar Geßler
1814, Militärbrief des Intendanten der Armee von Norddeutschland (Nordarmee, Befehlshaber, Prinz Bernadotte), Kriegsrat Crelinger aus dem Hauptquartier in Lüttich vom 29. März, betr. Versorgung der Brigade der Königlich Schwedischen Kavallerie. Zwei Tage später zogen die Alliierten siegreich in Paris ein - im April Abdankung Napoléons und Verbannung auf Elba
1814, Brief mit L1 "ARM. COM. I. SECT. No." an den preußischen Staatskanzler von Hardenberg "per Ordonanz über Versailles", Hardenberg hielt sich zu den Friedensverhandlungen in Paris auf - am 30. Mai wurde der Frieden von Paris geschlossen, Zeitdokument mit seltenem Stempel eines Armee-Kommandos
1814, L1-Rayonstempel "HOCHHEIM R 1" (schwacher Abschlag) auf "Militär Brief" vom 14. April
1814, Feldpostbrief des preußischen Kriegskommissars im 3. Armeekorps, Jacobi, aus Gent vom 4. Juni nach Briges (Brügge) mit Vermerk "Corr. milit. Pruss." (preuß. Militärkorrespondenz), rückseitig Siegel des Kriegskommissars
1814, Militärbrief der 11. preußischen Brigade aus dem Hauptquartier in Amiens (Departement Somme) vom 6. Mai nach Adorf im Vogtland, ein Offizier teilt einer Mutter zum Verbleib ihres Sohnes folgendes mit: "Es thut mit sehr leid, Ihnen auf das Schreiben vom 2. März betreffend Ihren Sohn nicht mehr Auskunft geben zu können, als dass derselbe nächst von Seifert gefangen worden ..." - der Sohn geriet mit einem Kameraden in französische Gefangenschaft
1814, Militärkurierbrief der "Königl. Preuss. General-Intendantur" an den österreichischen Feldmarschall, Fürsten von Schwarzenberg, Kommandeur der Hauptarmee der Verbündeten "in dessen Hauptquartier"
1814, Feldpostbrief mit "Militaria"-Vermerk an "Herrn Wurmb Premierleutnant und Commandeur der freywilligen Jäger im Königl. Preußischen ersten Schlesischen Husaren Regiment" mit Rücksendevermerk der preußischen Militärbehörde in Frankreich: "Die Jäger Detsch. sind nach Hause zurückgekehrt" und "Rückerhalten Heidelberg den 17ten July 1814" - der Leutnant war entsprechend den Demobilisierungsfestlegungen bereits wieder in seine Heimatgarnison zurückgekehrt, zeitgeschichtliches Dokument
1815, Adolf Wilhelm von Lützow (1782-1834), Vordruck-Briefhinhalt mit der Unterschrift des Oberstleutnant aus dem Kantonierungs-Quartier in Cleve vom 15. Januar sowie der entsprechende Faltbrief "An den Freiwilligen Oberjäger von der Infant. des Königl. Preuß. Frey Corps, Herrn August Fröbel" in Rudolstadt, nachgesandt nach Berlin, Vermerk: "Inliegend eine Dankmünze für den Feldzug 1813/14", der später berühmte Pädagoge diente als Freiwilliger in Lützows legendärer "Schwarzer Schar" (Freikorps) und erhielt eine preußische Gedenkmünze - ein hervorragendes historisches Dokument und seltener Autograph des 1822 zum Generalleutnant ernannten Lützow
1815, Adolf Wilhelm von Lützow, Dienstschreiben des Oberstleutnant, Kommandeur des 6. Ulanen-Regiments mit seiner Unterschrift aus dem Vorposten-Quartier in Dinant und dem Siegel "KÖNIGLICH PREUSS. FREICORPS" vom 18. April, Beurteilung des Hauptmanns Staak vom 25. Inf.-Regiment - Nach seiner Flucht aus Elba im März 1815 stellte Napoléon in Frankreich sofort eine Armee auf, Europa reagierte und setzte eine gewaltige Feldarmee in Bewegung
1815, August Neidhard von Gneisenau (1760-1831), Autograph des berühmten Generalfeldmarschalls und Heeresreformers, der bereits 1807 Kolberg heldenhaft verteidigte, aus Aachen vom 4. April an Generalmajor Pirch in Koblenz, Mitteilung: "... dass es zwar ein sehr übler Umstand ist, dass die Kavallerie-Regimenter genöthigt sind so starke Kommandos in den Festungen zu lassen ...", seltener Brief des Stabchefs der Armee Blüchers aus dem Dislozierungsraum Aachen
1815, "Offiziers Brief" aus Damville (bei Evreux) nach Briest bei Angermünde mit Vermerk "rec." (recommandirt) und roter Taxierung "5" (Sgr.) für die Einschreibgebühr
1815, Verfügung des Generalstabchefs über zivilen Post- und Reiseverkehr von und nach Frankreich aus Aachen vom 27. März, Anfang März wurden die Grenzen nach Frankreich gesperrt und eine Zensur der Privatpost durch die Militärbehörde angeordnet, aufschlußreiches Dokument zur Zensur
1815, Stempel der Zensurbehörde "KOENIGL: PREUSS: ARMEE=POLIZEI" auf der Rückseite eines Briefes mit Rayon-L1 "R 4 HAMBURG" vom 26. April nach Reims - sehr seltene Zensur, nur wenige Briefe bekannt
1815, "KÖNIGL: PREUSS: ARMEE=POLIZEI", Zensurstempel auf der Rückseite eines Briefes aus Hamburg vom 25. April
1815, "KÖNIGL: PREUSS: ARMEE=POLIZEY", Fragment des sehr seltenen Stempels mit der Schreibweise "y" in "POLIZEY" auf Brief aus Frankfurt vom 24. März
1815, Karl Justus von Gruner (1777-1820), Geheimer Staatsrat, 1811 Polizeichef von Preußen, 1814 Gouverneur vom Mittelrhein und 1815 Chef der preußischen Polizei in Paris, Autograph Gruners, portofreier Militärdienstbrief vom 21. Juli an den Polizeidirektor in Düsseldorf - Nachforschungen zu einem verdächtigen Zivilisten aus Namur - die Kontrolle der preußischen Polizei war nahezu flächendeckend
1815, Gerhard Leberecht von Blücher (1742-1818), Schreiben des Feldmarschalls mit seiner Unterschrift vom 7. Juni auf Vordruckbrief der "Armee vom Nieder=Rhein, Generalkommando" aus dem Hauptquartier in Namur - vom 16. bis 18. Juni tobten die Kämpfe bei Ligny, Fleurus, Quatre Bras und am 18. Juni die Hauptschlacht bei Waterloo, in der die napoléonische Armee durch die britischen Truppen des Feldmarschalls Wellington und Blüchers Armee vernichtend geschlagen wurden, seltener Autograph des berühmten Marschalls
1815, "Soldatenbrief" vom 18. Juni - dem Tag der Schlacht von Waterloo - aus Vilvorde von einem Soldaten an seine Eltern in Gudow bei Lauenburg, Portofreiheitsbestätigung durch Offizier: "Kübler Assistenzarzt beim General Hospital Antwerpen", der Soldat teil mit: "Liebe Eltern" Die Zeitung wird Euch schon die Schlacht bey Fleurus verkündet haben, leider war ich nicht dabei... ich stehe hier mit meinem Commando um das Pulver zu bewachen ..." - aufschlußreicher Brief mit authentischem Bericht
1815, "ist in der Schlacht bei Ligny geblieben" - Rücksendevermerk auf einem Brief aus "Herford" (roter Ortsvermerk) an den in der Schlacht bei Ligny gefallenen "preußischen Major und Commandeur des 2ten Bataillons beim 1ten Elbe Regiment, Herrn von Schleicher, 2. Armeecorps, 6te Brigade" - einer von 12000 Gefallenen in dieser für Napoléon letzten siegreichen Schlacht gegen das 3. Armeekorps Blüchers - sehr seltener Beleg zu dieser Schlacht
1815, Brief aus Elbing (Westpreußen) vom 3. August mit postalischem Ortsvermerk "An den freywilligen Jäger Horst August Wilhm Kühn bey der 2ten Jäger Eskadron im 2ten Schwarzen Leibhusaren Regiment im 3. Armee Cohr (Korps) zu Paris", die 2. Jäger-Eskadron des Regiments zog am 30. März 1814 siegreich in Paris ein, Teile des 3. Armeekorps blieben bis 1818 als Besatzungsarmee in Frankreich
1815, Vordruck-Briefkopf der Intendantur der Norddeutschen Bundestruppen vom 8. August "Service militaire" auf Ortsbrief in Sedan an den Präfekten des Departements, rückseitig Siegelstempel. Am 8. August 1815 trat Napoléon seinen Weg zur Verbannung auf die Insel St. Helena an
1816, Ra2 "COBLENZ. F. P. d. 11. May 1816", erster preußischer Feldpoststempel des Feldpostamts in Konstanz auf Brief von Major Wilhelm von Scharnhorst (Sohn des Generals) an eine Buchhandlung in Frankfurt, Bestellung topografischer Literatur, der Privatbrief wurde an das Thurn und Taxis-Postamt übergeben, rote Taxierung "10 Xr" (10 Kreuzer) - einziger bisher bekannter Privatbrief mit dem seltenen Feldpoststempel der nur vom April bis August 1816 verwendet wurde
