345 / September 2011
345. Heinrich Köhler Auction
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Seiten
1815, "KÖNIGL: PREUSS: ARMEE=POLIZEI", Zensurstempel auf der Rückseite eines Briefes aus Hamburg vom 25. April
1815, Stempel der Zensurbehörde "KOENIGL: PREUSS: ARMEE=POLIZEI" auf der Rückseite eines Briefes mit Rayon-L1 "R 4 HAMBURG" vom 26. April nach Reims - sehr seltene Zensur, nur wenige Briefe bekannt
1816, Ra2 "COBLENZ. F. P. d. 8. Juni 1816." auf Militär-Estafetten-Brief mit Vermerken: "K.D.S." (Kriegsdienstsache) und "Citisime!" an einen General in Aachen
1816, Ra2 "COBLENZ. F. P. d. 23. Juni 1816", Brief mit Vermerk "H.D.S." (Herrschaftliche Dienstsache) an Gerichtspräsidenten in Düsseldorf, am 1. Juli 1816 übernahm die preußische Post das Thurn und Taxis-Postamt in Koblenz
1818, Feldpostbrief des "KÖNIGL: PREUSS: GENERAL STAB ARMEE-CORPS IN FRANKREICH", Siegel auf einem Brief aus Sedan vom 6. April mit französischer Post über "55 THIONVILLE" an den Präfekten in Metz, im April verließen die letzten Besatzungstruppen des 4. Armee-Korps Frankreich
1848, EKr. "M.B. ST." (Militärbrief Stempel), der plastisch wirkende Stempel wurde wahrscheinlich mit Verfügung Nr. 136 vom 31. Mai 1848 eingeführt, über Jahrzehnte wurde seine Verwendung erst 1863 während des Polnischen Aufstands nachgewiesen - "Militaria"-Brief aus "FÜRTH I. O. WALD 12/6" - Stempelseltenheit - nur wenige Exemplare bekannt
Revolutionsjahre 1848/49: 1849, Feldpostbrief mit rückseitigem Truppendienststempel der preußischen Kavallerie an einen Rittmeister im Train der 3. Division in Lörrach aus "CONSTANS 30. Sep." mit "LÖRRACH 4. OCT.", Weitersendung u.a. nach Carlsruhe und Freiburg und DKr. "FELD-POST D.8. ARMEECORPS 5 10", dekorativ und interessant
1850, "FELD-POST D.1. ARMEE-CORPS 5 2", DKr., mit seltenem Portofreiheitsvermerk "Kön. Mil. Kirchen S.", Militär-Kirchen-Sache (wahrscheinlich Brief eines Militärpfarrers)
1850, DKr. "FELD-POST D.3. ARMEE-CORPS 28 5" mit Vermerk "Feldpostbrief" mit Ra. 2 S.B. des 20. Inf.-Regiments und "frei laut Order" nach Köpenich bei Berlin, ausdrucksvoller Brief
1850, "Feldpostbrief, frei laut Order", S.B.-Stempel 2. Bat., 30. Regiment mit DKr. "HEIDELBERG 30. SEP. 50" nach Freiburg
1850, Feldpostbrief mit Vermerk: "per Express vom Absender 2½ Sgr. bereits gezahlt", aufgegeben in "HERZBERG 6/12" nach Berlin, private Express-Feldpostbriefe sind sehr selten!
1850, "K. Pr. FELDPOST II. ARMEE CORPS 25 12", DKr. als Ankunftsstempel in Stettin an den Standort des 2. Armeekorps, mit "Cito"-Vermerk, aufgegeben in "BERLIN 25 12", seltene Verwendung des Feldpoststempels
1850, "KÖN.PR.FELD-POST 8 12", DKr., an Generalleutnant, Graf von der Gröben, Kommandeur des 7. Armeekorps und Adjudant des Königs, mit Vermerk: "per Ordonanz" nach Vacha (Thür. an der Grenze zu Hessen) - das Armeekorps auf dem Marsch nach Hessen
1850, "KÖN. PR. FELD POST EXPEDITION DER INFANTR. No.17 DES 5.TEN ARMEE CORPS 15/12", EKr. auf Feldpostbrief eines Hauptmanns nach Freustadt in Schlesien, bei dem Einsatz der Truppen in Hessen wurden erstmalig die Feldpost-Expeditionen mit Stempeln ausgestattet, 2. Feldpostbrief des Hauptmanns auf dem Rückmarsch nach der Demobilisierung, aufgegeben in "GUBEN 7/1" (1851) - eindrucksvolles Briefpaar
1850, Feldpostbrief, Mobilmachung des 32. Landwehr-Regiments aus Magdeburg, Absendervermerke: "Ausgerückte Landwehr, Uoff. Schulze, 1. Bat., portofrei laut Order", Gemeindesiegel von Groetz (bei Zörbig, nördl. Halle) zur Bestätigung der Portofreiheit, über "ZÖRBIG 4 12" nach Naumburg - Truppe auf dem Weg nach Hessen
Der Kurhessische Verfassungsstreit :1850, "KÖN.PR.FELD-POST 19 11", DKr. aus dem Hauptquartier in Dorndorf (nördlich von Wetzlar) an einen Major im 7. Inf.-Regiment in Wesel. Die kurhessische Armee forderte die Durchsetzung der Verfassung und verweigerte dem Kurfürsten den Gehorsam, so dass Bundestruppen aus Preußen und Bayern eingesetzt wurden
Preußische Marine: 1857, Marine-Brief von Bord der Segelfregatte "Thetis" an den preußischen Konsul in Helsingör (Dänemark) mit Inhalt: "Telegraphische Depesche an Admiralität zu Berlin, "Thetis" vor Horten, heute Abend durch Droogden (südlicher Eingang zu Öresund) bugsiert, Wind SSO, den 8. September 1857, Adjudant" - Mitteilung vom Schiffskommando an den Konsul in Helsingör (letzter Ankerort), telegraphische Übermittlung an Marineministerium in Berlin bei Antritt einer längeren Auslandsreise, Marine-Post ist generell selten
Italienischer Krieg 1859: "Feldpostbrief" mit S.B.-Stempel eines Landwehr-Regiments mit EKr. "GLOGAU 8 8" nach Neu Dessau (Neumark), im Rahmen des Deutschen Bundes sah Preußen eine militärische Hilfe für Österreich in dem Krieg mit Frankreich vor - im Juni Mobilmachung für 1 Korps ab 5. Juli wurde Portofreiheit verfügt, außerordentlich selten, bisher nur einige wenige Briefe bekannt
1862, Auslandsreise der Segelfregatte "Thetis", Brief mit Mitteilung an das Königliche Preußische Konsulat in Helsingör, zu telegraphischen Weiterleitung an das Marineministerium in Berlin: "Telegraphische Depesche, An das Königliche Oberkommando der Marine zu Berlin: S.M.S. "Thetis" hat den 30ten October 1862 Mittags vor 12 Uhr vor Helsingör geankert, Capitain zur See", ein hervorragender Beleg zur preußischen Marine
Polnischer Aufstand 1863: Kabinetts-Sache, Brief mit Ra2 "BERLIN. CAB. EXPED. 8 9" an Major im westpreußischen Ulanen-Regiment in Lissa, nachgesandt nach Chilitsch, Bismarck bot Russland militärische Unterstützung gegen die Erhebung in Russisch-Polen an, Mobilisierung preußischer Truppen
1863, 2 Feldpostbriefe, 1. "Feldpostbrief nebst einer Schachtel...", Paketbegleitbrief mit DKr. "WEISSENFELS 17 9 63" mit 7 Sgr.-Taxierung und Feldpostbrief aus "DANZIG 30 11 63", beide an Auditeur der 3. Division in Gnesen
1863, Geldbrief über 464 Taler, 11 Sgr., 6 Pfg. vom Kommando der Niederschlesischen Artillerie-Brigade No. 5 mit DKr. "POSEN 11 12 63" nach Berlin, sehr seltener Wertbrief, der Banknoten enthielt, die von verschiedenen Banken in Preußen ab 1858 eingeführt wurden
Preußisch-Österreichischer Krieg: 1866, DKr. des mobilen "K. Pr. FELD-POST II. ARMEE-COMMANDO 16/7", sehr seltener Stempel auf Feldpostbrief nach Mühlheim vom ersten Tag des Kriegsbeginns
1866, DKr. des mobilen "K. PR. FELD-POST I. ARMEE-COMMANDO 28 8" auf Feldpostbrief mit Dienstsiegelstempel "KÖNIGL. PREUSS. II. FELD=EISENBAHN=ABTEILUNG" nach Plathe in Pommern, sehr seltener Armee-Kommando-Stempel
1866, "K. Pr. FELDPOST II. ARMEE CORPS 22 7", DKr. der 1. Armee auf Einschreiben mit Ra. "Recomandirt"-Stempel auf Dienstbrief "Recipisse wird zurückerbeten" nach Gollnow in Pommern, seltenes Militär-Einschreiben
1866, roter DKr. "K. Pr. FELDPOST II. ARMEE-CORPS 24 7" auf "Milit."-Brief, dieser Stempel wurde nur Ende Juli bis Anfang August 1866 verwendet - klarer Abschlag dieser Seltenheit
1866, Telegramm des kommandierenden Generals aus Magdeburg vom 13. Mai mit Marschbefehl für das Landwehr-Bataillon Torgau über Bitterfeld und Düben "per Eisenbahn nach Erfurt"
1866, Feldpostbrief eines Leutnants aus dem Zieten-Husaren-Regiment, aufgegeben im österreichischen Postamt des besetzten Prag am 2. September mit EKr. "PRAG 2/9", Taxierung "4" wurde annuliert, Ausgabestempel von Berlin, selten
1866, portofreier Feldpost-Wertbrief mit einliegenden Kassenanweisungen mit Ra3 "SENFTENBERG R. B. FRANKFURT A/O. 11 6 66" und Siegelstempel des Infanterie-Regiments No. 21 nach Bromberg, dekorativer Wertbrief
Deutsch-Österreichischer Krieg 1866: Einberufungsbefehl, "Militaria", "per Express"-Brief des 3. Brandenburgischen Landwehr-Regiments aus "TREUBENBRIETZEN 8 5" an einen Leutnant in Frankfurt/Oder, Weiterleitungsvermerk in den Landzustellbereich: "nachzus. Sembten bei Guben", damit wurde ein Eilgebühr erhoben: "1 ¼ Meilen = 6 ¼ Sgr Bestellgeld", aus dem Inhalt: "Infolge ... vom 5. Mai befohlene Mobilmachung des 3. Armee-Corps erhalten Euer Hochwohlgeboren hiermit den Befehl, sich sofort ... nach Wrietzen zu begeben .. und beim Kommandeur zu melden ...", eindrucksvoller, sehr seltener Brief
1850, 3 Pfg. ziegelrot, senkrechtes Paar, Platte II,Typen 12 und 17, voll- bis überrandig, rechts mit Teilen der Nachbarmarken, mit sauberen DKr. "DRESDEN 1 NOV.50" auf Briefstück; einzig bekanntes Paar mit dem Ortsstempel von Dresden,Kabinett, Fotoattest Rismondo BPP
3 Pfg. kirschrot, Platte II, Type 3, allseits breitrandig und sehr schön farbfrisch mit sltener Entwertung durch zentrisch sauber aufgesetztem EKr. "BURGSTAEDT 15 JUL.50" sowie kleinen Rötelspuren unten links; ein tadelloses und besonders schönes Stück der guten Farbe und mit der seltenen und sehr frühen Entwertung von ganz besonderem Reiz. Fotoattest Rismondo BPP
3 Pfg. kirschrot, Platte II, Feld 6, schöne tiefe Farbe und deutliche Prägung, allseits voll- bis überrandig, oben mit vollständiger Schnittlinie, daran sächsisches Liniensystem erkennbar, mit EKr. "PLAUEN 7 AUG 50" auf vollständiger, streifbandartig gefalteter Drucksache nach Pegau; ein sehr schönes und tadelloses Ganzstück der seltenen Farbe, dazu mit sehr seltener Entwertung, sign. Carl H. Lange und Georg Bühler sowie Fotoattest Rismondo BPP (Mi.40.000,-)
Provenienz: Gaston Nehrlich (1929)
3 Pfg. braunrot, Platte III, Type 13, schöne typische und frische Farbe, allseits sehr breitrandig, dreiseitig mit praktisch vollständigen Zwischenlinien, daran bayerisches Liniensystem erkennbar, sauber entwertet durch DKr. von Leipzig, Luxus, Fotoatteste Bühler und Rismondo BPP
3 Pfg. braunrot, Platte III, waagerechtes Paar der Typen 4 und 5, links lupenrandig, sonst voll- bis überrandig mit 2-2,5 mm Bogenrand oben und rechts, sauber gestempelt "LEIPZIG 3. DEC. 50" auf grünem Briefstück. Ein phantastisches Paar der seltenen Farbe; sign. Köhler und Richter sowie Fotoattest Rismondo BPP und Qualitäts-Prüfungsbefund Maria Brettl BPP Provenienz: 45. Heinrich Köhler-Auktion (1926)
3 Pfg. braunrot, Platte III, Type 5, sehr schöne, tiefe leuchtende Farbe und allseits gleichmäßig breitrandig, links mit voller Schnittlinie, mit sauberem DKr. "LEIPZIG 24.FEB.51" auf Drucksache; Briefpapier in der Faltung teils etwas gebrochen, sonst tadellos und in sehr schöner Gesamterhaltung, sign. Grobe und Bühler sowie Fotoattest Rismondo BPP (Mi. 35.000,-)
